Zwischen den Streifen: Der ZebraTalk „Der Arbeitsort muss ein Gegenpol zum Homeoffice sein“ – Die Architekt:innen Anna Franke und Stefan Link im Gespräch

Wie geht das eigentlich mit den lebenswerten Arbeitsorten und was macht das MöKo anders? Im ZebraTalk haben wir uns diesmal mit den Innenarchitektur-Pros Anna Franke und Stefan Link auf die Zebrasessel gelümmelt und über Raumgestaltung, Stereotype und glückliche Gesichter gesprochen. Ein bisschen Zukunftsmusik gibt es natürlich oben drauf. Und Fehler machen wir auch!

Was mögt ihr am allerliebsten an eurem Job?

Anna: Am allerliebsten mag ich eigentlich, wenn’s fertig ist und die Leute da reingehen und sagen, das ist cool geworden, hier fühle ich mich wohl.

Stefan: Ich mag am liebsten, wie abwechslungsreich unsere Arbeit ist. Wir haben ständig neue Herausforderungen – mal eine Bürofläche, mal ein Dentallabor, dann wieder eine Kanzlei oder Tierklinik. Man stellt sich immer neu ein und muss neu starten mit dem Input aus den Safari-Workshops. Es ist nie das gleiche Thema.

Wie hat das angefangen mit dem MöKo?

Stefan: Ich bin von Anfang an dabei, war 2016 Mitgründer. Moderne Arbeitswelten waren damals bereits ein großes Thema. 2016 haben sich Thommy und Jens selbstständig gemacht – und auf Anfrage ich bin mit eingestiegen. Beste Entscheidung [lacht].

Anna: Ich bin über einen gemeinsamen Bekannten vor ungefähr fünf Jahren aufs MöKo gekommen. Ich habe ihm erzählt, dass ich mich selbstständig mache, und er meinte: „Mensch, dann komm doch mal ins MöKo.“ Das hat dann super gepasst.

Was macht das MöKo anders als klassische Büros?

Stefan: Früher bin ich als Dienstleister Planung irgendwo in ein Projekt eingestiegen, habe als Dienstleister einen Entwurf geliefert und war wieder raus. Hier begleiten wir den gesamten Prozess: vom ersten Workshop über Entwurf und Ausführungsplanung bis zum Onboarding auf der Fläche. Und ich sehe, wie die Kunden in den fertigen Raum gehen.

Anna: Ich musste mich erst umgewöhnen. Ich kam rein und dachte: Wer ist für was verantwortlich? Das hat sich anfänglich chaotisch angefühlt. Irgendwann merkt man aber, dass man zwar in einer Rolle ist, diese aber fluid bleibt. Und dass man nie allein dasteht – man kann jeden ansprechen, bereichsübergreifend zusammenarbeiten. Da entstehen einfach bessere Sachen.

Wie sieht euer Prozess mit den Kunden aus?

Stefan: Wer bereit ist, den Workshop mit uns zu machen, macht zu 90 Prozent auch den Auftrag. Die Leute merken, wie wir ticken. Und sie gestalten mit: Im Workshop setzen sie die Weichen, bei Präsentationen sind sie dabei, wir nehmen sie mit in die Werkstatt. Am Ende ist es ihr Raum, der entsteht.

Anna: Wir sehen sie nicht als Kunden, sondern als Partner. Wir sind nur so gut wie der Input, den wir zurückkriegen. Wenn die neuen Räume fertig sind, sagen die: „Guck mal, das haben wir damals so entschieden.“ Das ist eine andere Connection.

Wie entwickelt sich die Arbeitswelt gerade?

Anna: Corona hat den Wandel beschleunigt. Viele wollen Homeoffice nicht aufgeben, also braucht man weniger reine Arbeitsplätze. Die Frage ist: Was macht man mit diesen Flächen? Es ist inzwischen angekommen, dass Räume attraktiv sein sollen – dass sie unterstützen, was da passieren soll: Konzentration, Austausch, Bindung ans Unternehmen.

Stefan: Nach Corona mussten wir die Leute wieder ins Büro holen. Der Arbeitsort muss ein Gegenpol zum Homeoffice sein – ein Ort mit Mehrwert für die Menschen. Zum Beispiel, weil Kommunikation da schneller und einfacher möglich ist.

Und wohin geht die Entwicklung?

Stefan: Ich wünsche mir mehr Nachhaltigkeit. Bestandsgebäude neu denken, umnutzen statt abreißen. Ein Altbau mit alten Stahlträgern ist mir lieber als ein steriler Neubau. Und wir übernehmen beim Umzug ganz bewusst vorhandene Möbel, wenn sie gut sind. Nicht alles muss neu sein.

Anna: Das sehe ich auch so. Zirkularität wird wichtiger. Es gibt immer weniger Rohstoffe. Bestandsgebäude haben Geschichte – wenn man da drin was Neues schafft, ist das etwas Wertiges. Manche Gebäude haben eine lange Geschichte. Das hat Charakter, das schafft auch Bindung und Identität. Das ist bedeutsam.

Was wünscht ihr euch?

Stefan: Dass es so weitergeht. Mit dem Team, mit Spaß und Freude am kreativen Schaffen!

Anna: …Und mit einer Fehlerkultur, wo Fehler offen angesprochen und neue Perspektiven jederzeit aufgemacht werden können.


Bild: Nora Beyer / Möbelkollektiv
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