Wie EntscheidungsSPIELräume kooperative Arbeit fördern

Stell dir vor du bist in einem funktionalen Einheitsraum, zu acht an einem rechteckigen Tisch mit hierarchischer Sitzlogik. Deine Umgebung ist genauso uniform wie die acht Personen am Tisch. Das Licht ist kalt-grell, alle Wände sind weiß, der Teppichboden grau.

Was meinst du? Können in einer solchen Umgebung kreative, kooperative, innovative Entscheidungen getroffen werden?

Kann sein.

Wir verlassen uns da aber lieber auf die aktuelle Studienlage. Und plädieren mit guten Gründen für mehr Mut zu spielerischen Räumen.

Denn: Spielerische Räume können Kreativität, Kooperation und Wohlbefinden fördern.

Was damit NICHT gemeint ist: Bällebad-Großraumbüros und Billardtisch-Bude.

Einfach nur Räume mit Gaming-Elementen vollzuknallen, ist nicht die Lösung.

Das zeigt auch die aktuelle Studie von Lee & Sosa (2025). Die Studie untersucht kausal, ob spielerische Büroumgebungen kreative Denkprozesse verbessern. Das Ergebnis ist ernüchternd differenziert: Spielerisch-unkonventionelle Räume förderten divergentes Denken nicht automatisch und hemmten es sogar dann, wenn die auffälligen Raummerkmale kognitiv mit der Aufgabe verwandt waren — weil sie das Denken auf naheliegende Lösungspfade fixierten statt es zu öffnen.

Spielerische Raumgestaltung mit Impact fördert kreative Problemlösefähigkeit nicht direkt, sondern vermittelt über internen Wissensaustausch. Das zeigen Lucius et al. (2024). Der Raum schafft Bedingungen für Begegnung und erst diese Begegnung erzeugt kreative Entscheidungsgrundlagen.

Also genau das, was wir im MöKo so gerne machen.

Das hat messbar Auswirkungen auf die Kooperation. Irabor et al. (2025) weisen nach, dass Teilnehmende, die in einem spielerischen Raumsetting gemeinsam durch ein Serious Game Ressourcenentscheidungen trafen, ihre Entscheidungslogik im Spielverlauf nachweislich von kurzfristigen Einzelinteressen hin zu kooperativen, zukunftsorientierten Strategien verschoben.

Heißt: Spielerische Räume verändern Entscheidungslogiken und -Orientierungen in Richtung Kooperation.

Entscheidend sind

  • Die Authentizität der Einbettung.
  • Die Passung zwischen Raumgestaltung und Aufgabentyp (siehe Lee & Sosa 2025!).
  • Und ob Spielelemente intrinsische Motivation ansprechen oder als extern auferlegt erlebt werden.

Was meint ihr dazu?

[Studien]

Sunkee Lee & Manuel Sosa (2025): Spaces for Creativity: Unconventional Workspaces and Divergent Thinking. INSEAD Working Paper No. 2024/36/TOM.

Thomas-Julian Irabor et al. (2025): Gaming for change – exploring systems thinking and sustainable practices through complexity-inspired game mechanics. Humanities and Social Sciences Communications.

Zita K. Lucius (2024): Why we need employees back at the office: The effect of workplace design on creativity in organizations.  Creativity and Innovation Management, 33(4), 654–670.

Bild: Pexels

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