Die Dark Horse GmbH hat neulich ein interessantes Whitepaper zum Thema Corporate Coworking veröffentlicht. Darin wird u.a. betont, dass es wichtig sei, verschiedene Personae mitzudenken – zum Beispiel „die flexible Risikomanagerin, die suchende Explorative, den Talent-Magnet“.
Die Erfahrung haben wir in mittlerweile 10 Jahren Transformationsgestaltung von Räumen für Unternehmen, Organisation und Teams ebenfalls gemacht.
Uns ist dabei vor allem aber eines aufgefallen: Archetypen sind auch nur Stereotypen. Und Stereotypen werden der Komplexität von Menschen oft nicht gerecht. Klar, manchmal gibt es den im Team, der irritiert und manchmal auch provoziert – und das ist auch gut so, weil Irritation immer Fragen aufwirft, die man sich unbedingt stellen sollte. Und ja, es gibt auch die kreativ-stille Person, deren Potenzial unbedingt mit eingebracht werden sollte.
Insgesamt tragen Menschen aber vielfältige Rollen gleichzeitig in und mit sich herum. Und genau diese Vielschichtigkeit sollte unserer Meinung nach in Räumen gespiegelt werden.
Zum Beispiel durch konsequente Adaptionsfähigkeit, etwa via modulare Arbeitsplätze und schnelle, flexible (Um)Gestaltungsmöglichkeiten.
Das heißt aus unserer Sicht vor allem auch: Räume zu gestalten, die Lernen bzw. VERlernen fördern. Lernen heißt für uns nicht, allein in einer Ecke zu sitzen und in ein Textbuch zu starren (kann natürlich manchmal auch passieren und ist auch ok 😊).
Lernen heißt vor allem, in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen, ungeplante und unerwartete Begegnungen zu haben und dadurch selbst auf positive Art und Weise immer wieder herausgefordert zu werden – durch andere Ansichten, Perspektiven, Meinungen.
Skills wie Kreativität, Lernen, Empathie oder Innovation entstehen in der Interaktion – und dafür braucht es angepasste Räume. Hier werden auch eingefahrene Pfade verlassen und überholtes Wissen ersetzt.
Die lebenswerten Arbeitsorte des MöKös fungieren als Lernökosysteme: offene Bereiche für Co-Creation, Lerninseln und hybride Räume fördern diese Kompetenzen. Heißt: Lernräume –absichtlich zur Entwicklung gestaltet – sind ein Teil der Kompetenzstrategie von Unternehmen.
Warum das wichtig ist: Kompetenzentwicklung wird zentraler Faktor in Zukunft. Unternehmen setzen vermehrt auf Kompetenzen statt klassische Qualifikationen für diese Entwicklung braucht es passende Wirk- und Arbeitsräume.
Wie sehen diese für euch aus?
Foto: Torsten Hönig / Carlos Lorente im be_INN