Lernen mit Zebra: Unsere Schülerpraktikantin erzählt

Eine Woche Reinschnuppern, Mitmachen und Ausprobieren, wie lebenswerte Arbeitsorte entstehen und emotionale Raumgestaltung funktioniert. Unsere Schülerpraktikantin Saskia (Name geändert und selbst ausgesucht 😊) hat sogar ein ganzes Raumdesign selbst entworfen! Nora Beyer hat nachgefragt…

Nora: Bei den meisten hier ist ja Schule schon ein paar Jährchen her. Schülerpraktikum – was heißt das denn?

Saskia: Da sucht man für eine Woche ein Praktikum, normalerweise ist das in der neunten Klasse.

Nora: Warum hast du dich gerade für das Möbelkollektiv entschieden?

Saskia: Ich möchte später in die Richtung was machen. Früher wollte ich eher was in Richtung Werbedesign machen. Aber das interessiert mich jetzt nicht mehr so. Ich mag an der Arbeit hier auch, dass sie schon viel mit Kunst zu tun hat, und das finde ich sehr cool. Das ist auch das Einzige, was ich gut kann [lacht]. Ich muss dazu sagen, ich bin jemand, der gerne Styles ändert. Das habe ich zum Beispiel auch in meinem Zimmer gemacht. Das war immer sehr hell, alles weiß oder rosa. Das mochte ich auf Dauer nicht. Dann habe ich angefangen, meine Wände zu streichen, alles zu vermessen, dann den Schrank raus und einen neuen rein. Und ich habe mir auch überlegt, wie ich das so gestalten kann, dass das Zimmer größer wirkt. Da habe ich zum Beispiel dann einen Spiegelschrank rein und aus meinem Bett ein Himmelbett gemacht.

Nora: Da passt das Projekt, das du hier machst, ja genau…

Saskia: Ja. Ich habe zusammen mit der Architektin Anna Franke den neuen Zwischenraum vermessen, den das Möbelkollektiv neu dazubekommen hat. Und dann habe ich über eine App geschaut, wie man den sinnvoll gestalten könnte.

Nora: Der ist ja ziemlich klein, der Zwischenraum.

Saskia: Genau. Aber da kann man trotzdem viel draus machen. [Zeigt Skizze & 3D-Modell] Ich habe da jetzt einen Arbeitsplatz rein und Sitz- und sogar Liegemöglichkeiten. Vor allem aber soll der Raum eine entspannende Wirkung haben. Wir haben im Möbelkollektiv erfragt, was gewünscht ist, und die meisten meinten, sie wollen gerne einen Besprechungs- und Rückzugsraum. Da habe ich dann so Wald- und Naturfarben rausgesucht – die haben nachweislich eine beruhigende Wirkung – und entsprechende Einrichtung recherchiert und ins 3D-Modell platziert und auch nach Preisen geschaut – weil man die Schränke zum Beispiel maßschneidern lassen muss, da hat man an der einen Stelle nur 24 cm Breite.

Nora: Sehr cool – und heute warst du außerdem noch mit bei einem Kunden, oder?

Saskia: Genau. Heute waren wir noch bei einem laufenden Kundenprojekt.

Nora: Wie war dein Eindruck da?

Saskia: Das war echt interessant. Da hat man gesehen, was das für einen Riesenunterschied macht – der Bereich, in dem das Möbelkollektiv schon was gemacht hat, im Vergleich zu den anderen Bereichen. Die sind alle sehr weiß, kahl und es sind viel zu viel Sachen im Raum und überall schwere Vorhänge und ein alter Teppichboden.

Nora: Wie hast du denn das Arbeiten im Möbelkollektiv erlebt. Das ist ja schon speziell, weil die Leute ja nicht festangestellt sind und es keine Hierarchien oder sowas gibt und flexible Teams projektbezogen arbeiten.

Saskia: Das fand ich eigentlich sogar angenehmer, weil ich da eher auch so drauf bin. Da habe ich nicht das Gefühl, ich muss den ganzen Tag an einem festen Platz irgendwo rumsitzen. Hier kann man sein, wo man möchte und das finde ich gut.

Nora: Weißt du schon, wie es bei dir weitergeht?

Saskia: Ich denke, dass ich in die künstlerische Richtung weitermachen will. Also vielleicht Kunst an der FOS und dann mal schauen.

Nora: Aber jetzt erstmal eine Präsi über das Praktikum in der Schule halten oder wie läuft das?

Saskia: Nee, zum Glück nicht [lacht].

Nora: Ach so, Praktikum ist eher so – einfach machen und gut ist´s?

Saskia: Genau.

Nora: Eigentlich genau richtig.

Saskia: Genau. Hauptsache machen.

Also: Einfach machen! Schreibt oder sprecht uns an, wenn ihr bei uns ein Schülerpraktikum machen wollt.

 

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